Im internationalen Jahr des Waldes feiert der hochdotierte Schweighofer-Prize sein 5. Jubiläum. Ein Hauptpreis und vier Innovationspreise wurden an herausragende Produktentwicklungen im Holzbereich verliehen.
Der begehrte Schweighofer-Prize ist der größte und höchstdotierte europäische Preis im Sektor Forst- und Holzwirtschaft. Mit insgesamt 300.000,- Euro werden Projekte ausgezeichnet, die durch die vorbildliche, enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft hervorstechen sowie beispielhaft für angewandte Forschung und Entwicklung sind.

Der Preis wurde 2003 vom namhaften Holzindustrie-Unternehmen Schweighofer ins Leben gerufen und wird seitdem alle zwei Jahre vergeben. Heuer im Internationalen Jahr des Waldes feiert diese Auszeichnung ihr 5. Jubiläum. Der mit 100.000 Euro dotierte Hauptpreis ging heuer an Dieter Siempelkamp aus Deutschland.  Heute ist die Firma Siempelkamp mit einem Anteil von rund 53 Prozent Weltmarktführer im Bereich Pressensysteme für die Holzwerkstoffindustrie. Das wohl berühmteste Produkt aus dem Hause Siempelkamp ist die kontinuierliche Presse Contiroll®. Dieter Siempelkamps besonderes Anliegen gilt heute der Förderung junger Menschen in Forschung, Lehre und Ausbildung. Auf seine Anregung hin wurde die ProWood Stiftung gegründet. Besonders am Herzen liegt ihm das jüngste Stiftungs-Projekt „TeachWood“. Dabei sollen Kinder in der Grundschule wieder das handwerkliche Arbeiten mit Holz erlernen..

Neben dem Hauptpreis wurden vier Projekte mit dem Innovationspreis ausgezeichnet:

Agepan® THD Static
Knut Kappenberg und Alfred Pfemeter, beide Glunz AG Deutschland, entwickelten eine hochinnovative  Faserplatte, die sie selbst als „Paradigmenwechel im diffusionsoffenen Holzbau“ bezeichnen. Die Faserplatte kann nämlich nicht nur mit den bereits bekannten guten wärmedämmenden Eigenschaften aufweisen, sondern – und das ist wirklich eine absolute Sensation – mit statischen Eigenschaften.

TES Energy Facade
Ein europäisches Forscherteam entwickelte ein vollkommen neues, holzbasiertes Fassadensystem für die Sanierung. Rund 60% aller Gebäude in Europa wurden in den Jahren zwischen 1950 und 1980 errichtet. Dabei wurde natürlich noch nicht auf Energieeffizienz geachtet, weswegen diese Häuser nun dringend saniert werden müssen. Um die Renovierung so effizient wie möglich zu machen und alle zu sanierenden Bauteile (Fassade, Fenster) gleichzeitig zu erneuern, wurde TES Energy Facade entwickelt. Es ist ein holistisches System, das alle Arbeitsschritte der Sanierung der Gebäudehülle umfasst und steuert. Zuerst wird das Gebäude mit Lasertechnik dreidimensional vermessen, dann werden die neuen Fassadenteile aus Holzrahmen passgenau vorgefertigt (mit Dämmung, Fenster und Verkleidung) und schlussendlich auf der Baustelle montiert.

HESS LIMITLESS
Mathias Hofmann (Hess Timber) und Simon Aicher (MPA TU Stuttgart), Deutschland, haben mit Ihrer Entwicklung des Keilstoßsystems für die Vor-Ort Montage von überlagen Brettschichtholzträgern Revolutionäres geleistet. Es ist schwierig, überlange Träger (40m und mehr) sowohl herzustellen und als auch zu transportieren. Deswegen blieb bis dato der Bau mit Brettschichtholz auf Regionen beschränkt, wo betreffende Produzenten vor Ort waren oder der Sondertransport finanzierbar war. Mit dem entwickelten Keilstoßsystem HESS LIMITLESS können BSH-Träger aus einzelnen kurzen Segmenten hergestellt und auf der Baustelle vor Ort fertig montiert werden, ohne dass es zu einem Festigkeits-oder Sicherheitsverlust kommt.

Glulam Turbine Blades
Åge Holmestadt (Moelven) und Svein Dag Henriksen (Hydra Tidal) aus Norwegen zeigen mit Ihrer vollkommen neuartigen Entwicklung eindrucksvoll, dass Holz auch in ungewöhnlichen Gebieten zur Höchstform auflaufen kann.  Im Herbst 2010 wurde in Norwegen ein komplett neuartiges schwimmendes Kraftwerk, das die durch die Gezeiten ausgelösten Strömungen zur Energiegewinnung nutzt, mit acht riesigen Turbinenschaufeln aus Bettschichtholz ausgestattet. Die Wahl fiel nach mehrmaligen Versuchen mit anderen Werkstoffen auf Holz, weil kein anderes Material die Eigenschaften mitbringen konnte, um den rauen Bedingungen im Meer standzuhalten: Unempfindlichkeit gegen Salzwasser, kein störender Auftrieb bei Wassersättigung, jede Form machbar, gute elastische Eigenschaften bei dynamischen Belastungen (z.B. Wellen).

Quelle: schweighofer-prize.org
Foto: Glunz



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