In Hannover wächst zurzeit ein 100 Meter hoher Holzturm in den Himmel – als Träger für ein 100 Tonnen schweres Windkraftwerk. Ein weltweit einmaliges Projekt.
Die Idee erscheint revolutionär - ein Jungunternehmer aus Hannover will Windkraftanlagen mit Holztürmen konstruieren. Foto: TimberTower
Ende des Sommers 2012 soll das 1,5 Megawatt-Kraftwerk den ersten Strom liefern. Bewährt sich der Prototyp, woran auf der Baustelle niemand zweifelt, sollen schon im kommenden Jahr deutschlandweit zehn Holzanlagen aufgestellt werden – eine soll 140 Meter hoch in den Himmel ragen.

Der Holzturm von Hannover bringt es zurzeit auf 50 Meter. In der vergangenen Woche ist er wieder um 15 Meter gewachsen. Wie der typische Turm einer Windkraftanlage sieht die achtkantige Konstruktion mit dem grauen Kunststoffüberzug allerdings nicht aus, zumal ihr im Moment noch der Generatorenaufsatz und die Rotoren fehlen.

Der Windturm hat am Fuß einen Durchmesser von sieben Metern. Zur Spitze verjüngt er sich auf eine Fläche von knapp drei mal drei Metern. Auf die Holzkonstruktion kommt später ein vier Meter hoher Stahlaufsatz, darauf wird eine Windturbine mit herkömmlichen Rotoren montiert. Das 1,5 Megawatt-Kraftwerk liefert der Anlagenbauer Vensys Energy, mit dem Timber- Power eng zusammenarbeitet. Alle Bauteile ließen sich bequem in Standardcontainern und Standardlastwagen transportieren.

Handwerker des Holzbauunternehmens Cordes aus Waffensen, Deutschland schrauben und leimen den Turm zusammen. Sie haben schon am spektakulären Holzdach auf der Expo 2000 in Hannover mitgearbeitet und für den Heidepark in Soltau "Colossos" gebaut, die größte Holzachterbahn der Welt.

Der Turm wächst in 15-Meter-Schritten. Das ist die Länge der sogenannten Lehrgerüste, die das Holzbauunternehmen vorproduziert. Sie bilden das Gerippe, an dem der achtkantige Turm in die Höhe gebaut wird. An die Lehrgerüste werden 15 Meter lange und bis zu drei Meter breite Platten aus Fichtenholz angebracht. Sie werden von einem Betrieb in Süddeutschland angefertigt. Die konisch zugeschnittenen Platten bestehen aus mehreren kreuzverleimten Sperrholz-Lagen. Sie sind 30 Zentimeter dick und mehrere Tonnen schwer. Mit einem eigens entwickelten Klebeverfahren werden sie am Turm zusammengeleimt. Die Klebe- und Verbundtechnik ist das Besondere, sie gibt dem Turm die Stabilität, sie macht ihn so extrem belastbar. Es sei nicht einfach gewesen, die Behörden von der Konstruktion zu überzeugen, doch nach vielen Tests und dem Bau einer 22 Meter hohen Musteranlage seien alle Hürden genommen. Auch die Frage nach dem Brandschutz sei geklärt.

timbertower.de

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