Seit kurzem erhebt sich am Campus Inffeld der TU Graz eine vier Meter hohe Kobra. Gefahr droht jedoch nicht, handelt es sich bei der Gestalt doch um ein architektonisches Experiment, das die Vielseitigkeit des Baustoffs Holz eindrucksvoll unter Beweis stellt.
Achtung Cobra! Die Forschungsaktivitäten sind Teil des wissenschaftlichen Schwerpunktfelds „Sustainability” der TU Graz. Foto: TU Graz
Im Rahmen des Projekts des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) „Non-Standard Architektur mit Ornamenten und planaren Elementen“ untersuchen TU-Wissenschafter neue Möglichkeiten des natürlichen Baumaterials für die Architektur.

„Die Kobra am Campus ist ein architektonisches Experiment. Wir wollen zeigen, was mit dem Material Holz alles möglich ist“, erklärt Projektleiter Albert Wiltsche vom TU-Institut für Architektur und Medien den Hintergrund der schlangenartigen Skulptur. Vom Kunstwerk über das Einfamilienhaus bis zum Nutzbau für die Industrie: „Das Spektrum der Einsatzmöglichkeiten ist unendlich breit und umfasst diverse Anwendungen in der Architektur.“
Fünf-, Sechs- und Siebenecke ergeben ornamentale Formen und erlauben nahezu grenzenlosen geometrischen Gestaltungsspielraum und beliebig formbare Fassaden. Digitale Technologien bieten Unterstützung in der Planung mitunter unkonventioneller Formen und Fassaden. Zur Findung der endgültigen Gestalt der Kobra führten die Studenten mehrere Vorstudien zur Geometrie durch.

Studierende der TU Graz, sowie Schülerinnen und Schüler der Grazer Ortweinschule fertigten die Teile in ihrem Bauhof vor. Ein Schwertransporter brachte sie dann auf den Campus Inffeld.

„Geklebt und nicht geschraubt“ lautete das Grundprinzip in der Umsetzung. „So wurde Holz noch nie geklebt“, stellt Wiltsche fest. Ein Spezialkleber hält Brettsperrholzplatten zusammen, die einzelnen Arbeitsschritte müssen exakt aufeinander abgestimmt sein. Dazu notwendige Tests wurden unter der wissenschaftlichen Leitung von Thomas Bogensberger im nahen Bautechnikzentrum der TU Graz durchgeführt. Das dort beheimatete Institut für Holzbau und Holztechnologie gilt international als „Wiege“ des verwendeten Brettsperrholzes. Was also als Werkstoff im eigenen Haus maßgeblich mitentwickelt wurde, wollen die Forscher nun in die architektonische Anwendung führen. Weitere Vorteile der Innovation: Kürzere Bauzeiten und damit geringere Kosten.

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