Ein neues Forschungsprojekt der Universität Innsbruck testet Raumluftqualität in Holzcontainern. Zwei Jahre lang wird die Luftqualität mit jener in herkömmlichen Stahlcontainern verglichen.
Die Wissenschaftler erwarten eine im Vergleich zu den Stahlcontainern höhere Luftqualität und eine entsprechende Auswirkung auf die Gesundheit. Foto: © Ulla Fürlinger
Wegen der Sanierung des Hauptgebäudes ist die Fakultät für technische Wissenschaften vor Kurzem in das Containerdorf auf dem Campus in Innsbruck umgezogen. Aus der „Not“ wurde kurzerhand eine Tugend: „Zeitgleich mit der Umsiedelung der Fakultät in das Containerdorf untersuchen wir im Forschungsprojekt BIGCONAIR die Raumluftqualität in Containerbauten“, erklärt Michael Flach, Leiter des Arbeitsbereichs für Holzbau. 
 
Anfang 2013 startete das Institut für Konstruktion und Materialwissenschaften der Universität Innsbruck deshalb zusammen mit der Holzforschung Austria (Wien) und sechs Betrieben ein Bridge-Forschungsprojekt für baubiologische Containerentwicklung. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konzipierten hochwertige Holzmodule, die eine gezielte Auswahl gesundheitsfreundlicher Baustoffe in Verbindung mit energieeffizienten Wand- und Deckenelementen und kontrollierter Lüftung vorsehen.
 
Zwei Doppelcontainer wurden auf dem Gelände der Containersiedlung aufgebaut. Einer der beiden Container mit 26 m2 Nutzfläche wurde in Massivholz-, ein weiterer in Holzständerbauweise mit innenseitigem Lehmverputz ausgeführt. Als Dämmstoffe wurden Naturstoffe wie Hanf und Schafwolle eingesetzt. „Zusätzlich planen wir, einen bestehenden Stahlcontainer mit einer innenliegenden Dämmung und Lehmverputz nachzurüsten“, kündigt Michael Flach an. Über Feuchtigkeits- und Temperatursonden sowie Luftmessungen und Probeentnahmen sollen zwei Jahre lang die wichtigsten Parameter wie Temperatur, Feuchtigkeit, Kohldioxyd und VOC (volatile organische Komponenten) gemessen und toxikologisch analysiert werden. Gemessen wird auch der Heizenergieverbrauch. Diese Untersuchungen vergleichen einerseits die unterschiedlichen Bauweisen der Holzcontainer miteinander, andererseits werden die Unterschiede zwischen den Holzcontainern und den bereits bestehenden Stahlcontainern erfasst.
 
Auch der Arbeitsbereich „Energieeffizientes Bauen“ des Instituts für Konstruktion und Materialwissenschaften ist in das Projekt eingebunden. Das Team sichert die bauphysikalische Qualität der neuen Holzcontainer, führt Langzeitmessungen des Innenraumklimas, des Temperatur-/Feuchteverhaltens der Wandaufbauten und des Benutzerverhaltens durch. Unter Verwendung dieser Daten werden vergleichende thermische Jahressimulationen für die verschiedenen Containerkonzepte unter sonst gleichen Randbedingungen durchgeführt und nach Behaglichkeitskriterien analysiert.
 
„Unser Ziel ist, fundierte Aussagen über die Zusammenhänge zwischen Materialwahl und Bauweise einerseits und den Raumluftparametern andererseits abzuleiten“, sagt Michael Flach. Außerdem soll die Frage geklärt werden, welche Investitionen und Maßnahmen notwendig sind, um das Wohlbefinden und somit die Leistung in Arbeitsräumen deutlich zu erhöhen – und das in Bezug auf Modulbauweisen mit nachwachsenden Rohstoffen.
 

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