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Architektur
Das Holztechnikum Kuchl wurde parallel zum Unterricht in zwei Etappen gebaut. Besonderer Wert wurde dabei auf Klimaschutz und Ressourcenschonung gelegt. Daher wurde Holz bewusst als Baustoff gewählt. Im Juli 2015 erfolgte der Baubeginn, im Frühjahr 2017 die Fertigstellung.
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Das Holztechnikum besticht durch einige Besonderheiten, wie seine Bauweise, die Beteiligung und Integration von Schülern und Schülerinnen und seine Bauweise sind nicht alles. Der Heizwärmebedarf der Schule kann sich nach der Sanierung durchaus sehen lassen.

Sämtliche Decken- und Wandelemente des neuen Schulgebäudes in Kuchl sind als sichtbare Massivholzbauteile aufgeführt. Foto: Albrecht Immanuel Schnabel

„Werte kann man nicht lehren, sondern nur vorleben“, wusste schon Viktor Frank. Am Holztechnikum Kuchl nimmt man diesen Spruch wörtlich. Im Oktober letzten Jahres wurde das Holztechnikum Kuchl eröffnet. Die Planung begann bereits im August 2013, im Juli 2015 erfolgte der Baubeginn. Die erste Bauphase (Neubau aus Brettsperrholz) konnte im September 2016 abgeschlossen werden, die zweite Bauphase (Generalsanierung des Osttraktes in Holz) im April 2017. „Mit dem Neubau können wir unserem Ruf als ausgezeichnete Ausbildungsstätte gerecht werden. Die gesamte Holzindustrie steht hinter dem Projekt und finanziert es mit“, freut sich Wolfgang Hutter, der Präsident des Holztechnikums Kuchl. „Kuchl hat sich mit rund 30 holzverarbeitenden Betrieben, der Fachhochschule, Einrichtungsberaterschule, HTL, Fachschule und Landesberufsschule sowie proHolz und dem Holzcluster als überregionales Kompetenzzentrum im Bereich Holz etabliert“, so Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Konstruktion, Materialität und Bauweise

Mit Ausnahme des Sockelbereichs handelt es sich beim Holztechnikum Kuchl durchwegs um einen Holzbau. Durchgehende Achsen sowie sämtliche Decken- und Wandelemente zeichnen diesen Stil aus und sind als sichtbare Massivholzbauteile ausgeführt. An den Fassaden befinden sich breite Fensterrahmen und vertikale Holzlamellen. Die Holzrahmen bilden dabei das Tragwerk und integrieren zusätzlich die Verglasungen, den Sonnenschutz sowie Sitzmöglichkeiten im Inneren. Hinter den Lamellen gibt es – zusätzlich zur kontrollierten Wohnraumlüftung – Öffnungsflügel zum Lüften. Im Bereich der Aula sind die Panoramafenster mit zwei Leimholzbindern überspannt und schaffen so eine maximale Durchlässigkeit für den Raum.
Der Sockel bzw. das Untergeschoss wurde als massiver Bauteil in Sichtbeton (Fertigteile) konzipiert. Der bestehende Osttrakt wurde in einem zweiten Bauabschnitt bautechnisch und thermisch saniert. Dabei wurde der auf die Tragstruktur entkernte Bau (Massivbau) mit hochgedämmten, vorgefertigten Außenwänden in Holz ergänzt und räumlich nach Westen erweitert.

HTK Aussenansicht
HTK Gang
Die Kombination aus Glas und Holz sorgt im Innenraum für eine angenehme Atmosphäre – sowohl beim Lernen als auch in der Pause. Foto: Albrecht Immanuel Schnabel

Bau in zwei Etappen

Um einen reibungslosen Schulbetrieb gewährleisten zu können, wurde zunächst der nördlich gelegene Gebäudeteil abgerissen und als Holzbau neu errichtet. Die Keller- und Laborräume wurden für die Unterbringung von Klassen und Funktionsräumen, wie Chemiesaal, EDV-Räume und Garderoben, vorbereitet. In der zweiten Bauphase wurde der Osttrakt kernsaniert, strukturell angepasst und die Fassade mit vorgefertigten Holzdämmelementen gedämmt.
Architekt Thomas Lechner von der LP architektur ZT GmbH war dabei vor allem der Nachhaltigkeitsaspekt wichtig: „Holz gewinnt als Baumaterial stetig an Bedeutung und nicht zuletzt haben auch der Klimaschutz und die Ressourcenschonung im Bauwesen ein Umdenken hervorgerufen.“ HTK-Präsident Wolfgang Hutter ergänzt: „Beim Brand- und Lärmschutz wurden Verbesserungen bewirkt. Zudem ist Holz anderen Materialien in energetischer und ökologischer Hinsicht überlegen.“ Am Holztechnikum Kuchl wurde dafür Brettsperrholz verwendet. Kreuzweise verleimte Bretter bilden die massive Tragstruktur der Wände und Decken. Aufgrund der hochgedämmten Ausführung aller Außenbauteile konnte das rund 4.000 m² große Gebäude energieeffizient errichtet werden. Die Klassen und Jahrgänge wurden während dieser Bauphase im Nordteil bzw. am Areal des Holztechnikums untergebracht. (nsi)

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Das fertiggestellte Gebäude wurde im Herbst 2017 eröffnet. Foto: Albrecht Immanuel Schnabel

Nicht nur die ökologische Bauweise ist eine Besonderheit des Holztechnikums Kuchl, sondern auch die Beteiligung und Integration der Schüler und Schülerinnen zählt als besonders hoch in der Branche. Und auch der Heizwärmebebdarf kann sich durchaus sehen lassen. Mehr dazu lesen Sie nächste Woche...

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„In der Steiermark wird der Holzbau von der Politik eingefordert und unterstützt.“
Simon Speigner, sps Architekten zu den Holzbauten auf dem ehemaligen Gelände der Hummelkaserne in Graz.

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